LFTS
learning
from
thermo
select
TECHNOSPHERE

Das Erbe Tullas
Nach Plänen des karlsruher Wasserbauingenieurs Johann Gottfried Tulla wurde die Rheinkorrektion zwischen 1817 und 1880 durchgeführt. Dabei wurden in der Furkationszone zahlreiche Seitenarme des Stroms in einem Hauptbett auf eine Breite von 200 m bis 240 m zusammengefasst und die weiten Flussschlingen in der Mäanderzone durchstochen. Der Rhein erhielt dadurch im Wesentlichen sein heutiges Flussbett. Die Länge des Rheins zwischen Basel und Worms verkürzte sichum rund 80 km. Hochwasser konnten sich von nun an nur noch in einem ca. 1 bis 2 km breiten Bereich ausbreiten. Tulla schuf durch diese Maßnahmen Siedlungsraum und verwandelte die sumpfige Oberrheinebene in ein land- und forstwirtschaftlich nutzbares Gebiet. Die Rheinanwohner genossen auch einen höheren Schutz vor Hochwasser. Max Honsell führte ab 1906 als Leiter der großherzoglichen Baudirektion in Karlsruhe die Arbeiten Tullas fort. Durch in den Strom ragende Steinaufschüttungen entlang des Rheinufers, sogenannte Buhnen, schnürte er den Fließquerschnitt des Rheins ein und konzentrierte so das Wasser im Rheinbett. Mit der Schaffung einer durchgängigen Schifffahrtsrinne wurde so die ganzjährige Schifffahrt bis Basel ermöglicht.



Die tullaschen Veränderungen am Oberrhein führten insgesamt zu einem großen Verlust an Überflutungsflächen und zu einer geringeren Überflutungshäufigkeit der angrenzenden Flächen. Allein durch den Dammbau zwischen Basel bis Karlsruhe gingen etwa 660 km2 Überschwemmungsgebiete verloren. Auentypische Lebensgemeinschaften, die die regelmäßigen Überschwemmungen benötigen, wurden zerstört. Trotz der nachteiligen Veränderungen war die Auenlandschaft am Oberrhein aber gegenüber heute noch in einem naturnahen Zustand und die Biotope besser miteinander vernetzt. Durch Bau der Staustufen zwischen Basel und Iffezheim wurden weitere Überflutungsgebiete vom Rhein abgeschnitten. Heute kann der Rhein unterhalb dieser staugeregelten Strecke nur noch bedingt Hochwasser aufnehmen. Die Hochwassergefahr am Oberrhein, wurde insbesondere für die Ballungsräume Karlsruhe, Mannheim/Ludwigshafen und Worms deutlich verschärft. Für die betroffenen Anlieger nördlich von Iffezheim muss schnellstmöglich der ursprüngliche Hochwasserschutz vor dem Staustufenausbau hergestellt werden. Die Lösung liegt in der Abminderung kritischer Hochwasserspitzen durch Schaffung von Überflutungsflächen. Am Oberrhein ist dies auf einer ganzen Reihe von Flächen noch möglich. Diese Flächen wurden bereits früher vor dem Staustufenbau überflutet und sind heute im Wesentlichen forstwirtschaftlich, zu einem geringeren Teil auch landwirtschaftlich genutzt. Gleichzeitig findet man wie hier um Karlsruhe einige Reste der früher typischen Oberrheinauen. Der umweltverträglicher Hochwasserschutz ist bereits seit 1982 Ziel des „Integrierten Rheinprogramms“. Die 1982 geschlossenen Vereinbarungen zwischen Frankreich und Deutschland sehen insgesamt 18 Hochwasserrückhalteräume vor. Diese sind in Teilen bereits realisiert oder befinden sich im Bau. Das karlsruher Poldergebiet Bellenkopf/ Rappenwörth ist fester Bestandteil dieser Planung und befindet sich derzeit im Planfeststellungsverfahren. Nur in der Summe aller Vorhaben entlang des Oberrheins kann der entsprechend Hochwasserschutz gewährleistet werden.







thermoselect

Der Schweizer Unternehmer und Ingenieur Günther Kiss, verkaufte ein fertiges Produkt. Mit Konsequenzen: Die Marke Thermoselect wurde zum Pilgerort unzähliger Bürgermeister und Umweltdezernenten die dem Müllproblem Abhilfe schaffen wollten.
​
„Die Testanlage am Lago Maggiore sah sehr chic aus. Wir flogen nach Italien in der Überzeugung, da wurde die große Lösung für unsere Müllprobleme gefunden. Am Empfang standen hübsche Mädchen, alles war erotisch clean, das Marketing perfekt emotional“
Karlsruher Umweltbürgermeister Ulrich Heidenmüller (Badische NeuEste Nachrichten, Juli 2020)
Es kam anders: Das Karlsruher Thermoselect-Desaster kam in Ferrari-Rot: Schön sollte sie sein, aussehen wie eine Kathedrale der Moderne, nicht wie eine Müllverbrennungsanlage. Deshalb übernahm der Schweizer Stararchitekt Mario Botta die Gestaltung der Pilotanlage im italienischen Verbania. Dort baute Thermoselect-Erfinder Kiss seine Referenzanlage, idyllisch gelegen am Lago Maggiore. Die erste kommerzielle Pilotanlage sollte unter Bewirtschaftung der heutigen EnbW (damals Badenwerk AG) in Betrieb gehen. Mit großen Ambitionen erhofften sie sich mit dem Pionierprojekt künftige Folgeaufträge. Spätestens der Anruf des Umweltbundesministers mit der Anfrage bundesweit 46 Anlagen im gesamten Bundesgebiet zu bauen und zu betreiben spricht hierbei für sich. Das hätte den kleinen badischen Energieversorger auf die europäische, wenn nicht Weltbühne gehievt. Das Problem: Auch bei der Umsetzung in Karlsruhe hatte Bottas aufmerksamkeitsökonomische Hülle absoluten Vorrang. So musste sich die komplizierte Technik der Müllbehandlung den architektonischen Vorgaben des Gebäudes unterwerfen. Eigentlich ist es üblich, dass sich das Gebäude an den technischen Notwendigkeiten in seinem Innern orientiert. Erschwerend kam hinzu: Der Prototyp am Lago Maggiore war neun Mal kleiner als seine Karlsruher Tochter. Technik wie Bauwerk, alles musste maßstabsgetreu vergrößert werden. An dieser Übertragung seiner Planung auf die Karlsruher Anlage war Mario Botta nie beteiligt, im Karlsruher Rheinhafen ist er nie gewesen. Wir halten fest. Das Karlsruher Thermoselectgebäude scheiterte im Wesentlichen an: der Schönheit vor technischem Nutzwert gepaart mit ingenieurstechnischer Hybris und unternehmerischem Kalkül.
DIE RHEININSEL
Die Beziehung Karlsruhes zum Rhein war schon immer eine besondere Fragestellung. War der Rhein im 19. Jahrhundert eher eine Gefahrenquelle, wandelte sich der Bezug im 20. Jahrhundert. Der Rhein rückte als Wasserstraße zusammen mit dem Rheinhafen wirtschaftlich in den Vordergrund. Mit der Planung der „Rheinstadt“ wurde in den 60er Jahren der Versuch unternommen, die Stadt Karlsruhe dem Fluss näher zu bringen. Es zeigte sich, dass die Distanz zwischen Stadt und Rhein zu groß und die naturräumliche Qualitäten zu bedeutsam sind, um eine städtische Annäherung an den Rhein in Betracht zu ziehen. Vielmehr wurden Verbindungen aus der Stadt zum Rhein als zentrale Bausteine gesehen, aus der „Rückseite“ Rhein einen Bestandteil der Erholungslandschaft zu machen. Die Rheinaueninsel Rappenwörth im Westen der Stadt ist bereits seit dem Bau des Rheinstrandbades 1929 an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und seither ein beliebtes Ziel der Karlsruher Erholungslandschaft. Im Sinne einer sozialen Stadtplanung als Reaktion auf die untragbaren Zustände der innerstädtischen Wohnviertel nach dem Ersten Weltkrieg hatte der Karlsruher Baubürgermeister Herrmann Schneider (1881– 1963) gegen erheblichen politischen Widerstand einen Generalbebauungsplan für die Stadt Karlsruhe durchgesetzt.


Mit diesem Plan von 1926 reiht sich Karlsruhe in die Reihe der städtebaulichen Großplanun- gen der Zwanziger Jahre ein. Die Forderungen des Neuen Bauens nach "Licht, Luft und Sonne" für die großstädtische Bevölkerung führten einerseits zu bedeutenden Siedlungsplanungen wie der Dammerstocksiedlung, mit der Walter Gropius in Karlsruhe Baugeschichte schrieb, andererseits zur Aufwertung des städtischen Umfelds. Die Idee Herrmann Schneiders, die Insel Rappenwört als "Rheinpark" für die Karlsruher Bevölkerung als Naher- holungsgebiet zu erschließen, entsprach den Volksparkideen der 1920er Jahre.





Das Rheinstrandbad war Mittelpunkt der Neuerschließung der westlich von Daxlanden gelegenen Rheininsel Rappenwört, zu der auch der Flachbau der Vogelwarte Rappenwört zählt. Die weitläufige Freibad- und Sportanlage des Rheinstrandbades gruppiert sich symmetrisch um das ursprüngliche Badebecken mit Sandstrand, das sichelförmig vom Rhein abgezweigt ist. Die Gebäude der Anlage sind der avantgardistischen Formensprache des "Neuen Bauens" verpflichtet und heute nach fast 100 Jahren sanierungsbedürftig. Das achsensymmetrische Ordnungsprinzip innerhalb des Strandbades beruht auf dem traditionellen Schema der Flussbäder, deren symmetrischer Aufbau sich aus den separaten Badebereichen für Männer und Frauen ergab. Bis heute hat das Strandbad nichts an seiner Beliebtheit eingebüßt. Auch die Idee Hermann Schneiders den Rhein als naturnahen Naherholungsraum zu begreifen steht heute aktueller denn je auf der städtebaulichen Agenda Karlsruhes.







LEARNINGFROM

DIE RHEINAUEN
​
Natürliche Auen sind in Deutschland sehr selten geworden. Flussbegradigungen, Eindeichungen, Staustufen und andere Ausbaumaßnahmen haben die Auenflächen drastisch reduziert und die Funktionen der Auen erheblich eingeschränkt. Dabei sind Auen nicht nur für den Hochwasserschutz unverzichtbar. Sie filtern auch das Wasser, tragen zur Trinkwasserversorgung bei und binden das klimarelevante CO2. In den Auen lebt des Weiteren eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten; und auch für Menschen bilden die Auen einen wichtigen Erholungsraum, gerade hier, am dicht besiedelten Oberrhein.




Die einzigartigen und europaweit gefährdeten Auenwälder können nur hier existieren. Als länderübergreifend verbindendes Element sind sie für den Biotopverbund unverzichtbar. Auch der Auwald auf der Karlsruher Rheininsel lässt stellenweise nur erahnen wie wild der Strom, vor der Bändigung Tullas gewesen muss.



« Die Kulturleistung Haus steht nicht mehr als Gegenpol zur Natur, sondern sie ist Teil von allem, weil alles Kultur ist. Man kann aus den Kulturräumen nicht mehr heraustreten. Man kann zur Kultur physisch und gedanklich keine Distanz mehr aufnehmen. Ohne kritische Distanz zur Kultur kann man diese nicht erkennen. Was man nicht erkennt, kann man nicht kritisieren. »
(Peter Grundmann)







TECHNOFOSSILS




Ein Poetischer Dialog zwischen Alltäglichem und Utopie. In Paläontologischer Manier werden hier Spuren von simulierten Technofossilien antizipiert, interpretiert und rekonstruiert. Der Begriff des „Artefakts“ wird erweitert und im Sinne der Diagnostik verstanden und produktiv gemacht; Einen scheinbaren, tatsächlich jedoch unbeabsichtigt künstlich herbeigeführten Kausalzusammenhang, durch Fehler bei der Datenerhebung, -auswertung, -dokumentation oder -interpretation. Artefakte sind durch menschliche oder technische Einwirkung entstandene Produkte oder Phänomene. Sie sind wissenschaftlich wertlos, weil sie nichts über den eigentlichen Untersuchungsgegenstand aussagen, sondern lediglich eine diagnostische Fehlerquelle darstellen. In einer Art Decalcomaniervefahren werden hier auf Grundlage technizistischer Zeichnungen assoziativ Bildbauten konstruiert. Die ambige Natur des Zweidimensionalen wird in die dritte Dimension übersetzt und wiederum zweidimensional repräsentiert. Ursprünglich zusammenhängende Systemkomponenten werden manipuliert, modifiziert und vervielfältigt. Die Recodierung folgt rein ästhetischen Präferenzen und Intentionen, bemächtigt sich dennoch dem Glaubwürdigkeitsanspruch seines Quellcodes und damit rationaler Ausdrucksformen. Mehr noch Sie triumphiert über die funktionellen Anforderungen der Realität und feiert das Medium des Bildes als Träger architektonischer Autonomie. Das Aufrechterhalten selbstrefenzieller Maßstäblichkeit und normativer Dimensionierung intendiert eine Illusion der authentischen Realität, die im selbigen Moment in Fiktives umschlägt sofern man den Versuch anstellt sie zu begreifen.



























DER POLDER
Der künftig geplante Rückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört liegt zwischen Rheinstetten Neuburgweier (Rhein-km 353,8) und dem Rheinhafendampfkraftwerk der EnBW (Rhein-km 359,3) auf den Gemarkungen Karlsruhe, Rheinstetten und Au am Rhein. Bis zum Bau des Rheinhauptdammes XXV in den Jahren 1934/35 wurde dieses Gebiet regelmässig überflutet. Mit dem POLDER soll auf einer Fläche von 510 ha ein Hochwasserrückhaltevolumen von 14 Mio. m3 geschaffen werden. Er ist einer von 13 geplanten Hochwasserrückhalteräumen zwischen Basel und Mannheim und Bestandteil des Integrierten Rheinprogramms Umarmt und gefasst von der ehemaligen Altrheinschlinge liegt hier im Herzen des Polders, die Rheininsel Rappenwörth. Über Ein- und Auslassbauwerke im Rheinhauptdamm XXV kann der Rückhalteraum kontrolliert gefüllt und entleert werden.
Das Betriebsreglement sieht vor, dass der Rückhalteraum durch Ökologische Flutungen bis zu einer vorhergesagten Überschreitung des Abflusses von 4.000 m3/s am Pegel Maxau/Rhein natürlich, d. h. ohne Steuerung, geflutet wird. Der Flutungsvorgang wird so gesteuert, dass das Rheinwasser den Polder in ständiger Bewegung durchfließt und zeitlich verzögert wieder zurück in den Rhein strömt. Erst einem Abfluss von 4.500 m3/s kommt der Rückhalteraum zum eigentlichen Hochwassereinsatz. So werden auenähnliche Lebensräume und -bedingungen geschaffen und die natürlichen Verhältnisse weitgehend simuliert. Wo die einstige Naturlandschaft über die tullasche Rheinkorrektur zur Kulturlandschaft umprogrammiert wird künftig also eine sekundäre Naturlandschaft entstehen.








TECHNOFOLLIES
"Der Mensch gilt als die einzige Spezies, die fähig ist unnütze Dinge herzustellen. Wir stellen Dinge her die keinen offensichtlichen Zweck haben., um sie zu betrachten oder Mutmaßungen anzustellen, wir stellen Gegenstände her die uns verwirren, die seltsam sind oder mit denen wir Dinge tun können, die wir nicht erwartet haben."
Techno. Folly.
"Folie" (französisch) Das vielleicht poetischste Worte des Architekturvokabulars.
Es impliziert einen Sprung über das Praktische hinaus und definiert vielleicht am ehesten die Trennlinie zwischen Kunst und Architektur. Die Etymologie ist interessant: "Follly" stammt aus dem altfranzösischen "folie" , "Wahnsinn", was im modernen Französisch aber auch für "Vergnügen" und "Lieblingsbehausung" steht. Es ist dieser leichte Touch der "Verrücktheit", der sie von ihrer ernsteren Schwester, dem Pavillon, unterscheidet.
Die Aufhebung von Vernunft und Funktion öffnet die Tür für Phantasie und Experiment. "Die Torheit" die das Vermögen der Ambivalenz und damit der Freiheit in sich trägt. Es ist diese besondere Fähigkeit der Follies, den Raum zwischen Alltag und Utopie zu aktivieren.
Das Technofolly kann als ein kritisches Objekt definiert werden das zwischen ästhetischer Autonomie und sozialpolitischem Potenzial oszilliert. Die skulpturale Welt der Technofollies ist in der Lage die reale Welt und ihre Konvention zu befragen und zu kommentieren. Das Technofolly will sich nicht kategorisieren lassen - es ist Niemanden Rechenschaft schuldig. Es ist selbstreferenziell. Architektur als Möglichkeitsform Fragen zu stellen, nicht als Möglichkeit Antworten liefern zu müssen. Das Spekulative, als perfomativer Moment.
Die Technofollies entziehen sich der eindeutigen Funktion ohne dabei nutzlos zu sein. Durch diese ambivalente Doppelfunktion wird der Rezipient nicht nur aufgefordert, über den Sinn von Architektur und adäquater From nachzudenken, er wird gerade dazu genötigt.
Die Exzentrik der Technofollies ist intendiert. Das provokativ Unnütze programmatisch.
„Vor 1,7 Millionen Jahren hat der Homo erectus begonnen, einen perfekt symmetrischen Faustkeil herzustellen, indem er einen Stein mit einem anderen behaute. Er brauchte nicht symmetrisch sein, und viele dieser Faustkeile haben keine Gebrauchsspuren.
Dies deutet darauf hin, dass es besser war, einen schönen Faustkeil zu machen, als einen, der besser funktionierte."
Die Techofollies sind Träger einer ästhetisch technisierten Überaffirmation. Das Technizistische wird zum poetischen Werkzeug. Das ornamental Exzentrische, feiert deren Emanzipation.
„100 Prozent Techno. Einhundert Prozent Folly“
Kein technizistsicher Fassadenzauber. Die Form wird zum Inhalt und der Inhalt zur Form. Die Technofollies verstehen sich als architektonische Störfaktoren. Gegenwärtig und für die unvorhergesehene Zukunft.
Als Technofossilien werden uns die Technofollies überdauern. Sie werden sich in der geologischen Schicht der Technosphäre abzeichnen und damit zum Artefakt.
Wenn in ferner Zukunft Archäologen den Versuch anstellen Schlüsse über unsere aktuelle Zeit zu ziehen werden sie an den Technofollies womöglich scheitern. Die Spuren der Technofossilien als alternatives architektonisches Relikt unserer Zeit und als zukünftiges „Objet ambigu.“




RHEINÜBERGREIFENDES
(“«Die ganze Geschichte von Europa liegt in diesem Fluss (...)»” Victor Hugo, Der Rhein, (Brief XIV), 1838)
Der Rhein ist eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt. Der seit Jahrtausenden nicht nur Bodenschätze und Baumaterial durch halb Europa transportiert, sondern eben auch Kunstschätze, Ideen, Märchen und Mythen. Der internationalen Mannheimer Schiffahrtsakte von 1868 kann eine vordemokratische Rolle zugesprochen werden. Das internationale Abkommen zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich und der Schweiz regelt seit über 150 Jahren die freie Schiffbarkeit des Rheins. Neben der wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte des Rheins rückt heute auch vermehrt die kulturelle Konnektivität ins Visier der Anrainerstaaten. Das die Zusammenarbeit auch über den Hochwasserschutz hinaus Potential birgt ist längst angekommen und nicht zuletzt der Europäischen Idee zu verdanken. Das heutige Verständnis des trinationalen Kulturraums am Oberrhein ist dennoch ein verhältnismäßig junges Phänomen und alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Lange galt der 1233 Kilometer lange Strom vor allem zwischen Frankreich und Deutschland als umstritten und umkämpft. Heute zeugen Bemühungen auf internationaler Ebene von den Bestrebungen diese Grenzen sukzessive aufzuheben und den Rhein als kulturelles Bindeglied neu zu definieren. Engagierte Akteure, länderübergreifende Fördermittel und kreative Konzepte ebnen so sukzessive den Weg zu einem gemeinschaftlichen Kulturraum. Auch im Bildungssektor sind kooperative Erfolge zu verzeichnen. Das INTERREG Programm fördert seit Jahren Projekte unterschiedlicher Maßstäbe. Die Kulturszene profitiert vom Austausch diverser grenzübergreifender Schnittstellen, nicht zuletzt via der Binneschiffsmobilität, die im Allgemeinen auch für andere Sektoren interessant sein mögen. So setzt nicht zuletzt nur das Bildungsschiff „MS Forschung“ regelmäßig Anker an ungebundenen Kontexten, auch das baseler Tinguelymuseum tourt derzeit mit einem Austellungskonzept quer durch Europa. Das moderne Binnenschiff als mobiles Vehikel für Kunst und Kultur entlang der Wasserstraße stellt ein positives Versprechen dar, die Identifikation über das Lokale hinaus zu stärken. Gleichzeitig auch strukturell schwächer ausgestattete Regionen mit einzubeziehen.







MASTERPLAN

























"Die Planung für den gesamten Rappenwörth lag in den HÄnden von Stadtbaurat Karl Pflästerer. Der Generalbebauungsplan 1926 enthält die konzeption, aber ornamental überzeichnet.
​
Die von Daxlanden zu bauende Erschließungsstraße mit Straßenbahn wird in einem Rondell aufgefangen und in zwei Richtungsfahrbahnen geteilt durch eine rechteckige Grünfläche.
Dem Rondell gegenüber, im Westen liegen die Hochbauten für das Freibad. Die Strenge Symmetrie des zentralen Baukörpers mit weiteren Flügelbauten - eine konsequente Einordnung in die ebenfalls symmetrisch erstellte Gesamtanlage - ist eine formale Übertragung des Prinzips absolutistischer Stadtplanung und des damaligen Schlossbaues französischer Herkunft.
Hier ist, wie beim Schloss der Ehrenhof, die Vorfahrt, dahinter: damals der Park zum Vergnügen, der höfischen Gesellschaft, im frühen 20. Jahrhundert: der Volkspark, das Volksfreibad."
(DAXLANDEN DIE ORTSGESCHICHTE // 2007)

TECHNOPARTY










archiv

coming soon























